Veranstaltungsdetail
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Von Mittwoch, 11.06.2014  Bis Donnerstag, 15.05.2014
18:00 - 20:00 Uhr
Landesmuseum
Vortrag
Der Komponist Josef Gabriel Rheinberger und seine Beziehungen zu Ungarn
Mit Dr. István Korody, Pianist und Musikwissenschaftler, Vaduz

Am Mittwoch, 11. Juni 2014, um 18.00 Uhr, zeigt der Pianist und Musikwissenschaftler István Korody mit musikalischen Beispielen am Klavier die vielfältigen Verbindungen von Josef Gabriel Rheinberger (1839–1901) zu Ungarn auf.

Obwohl Rheinberger nie in Ungarn war, hatte er bedeutende Beziehungen zu diesem Land. Er unterrichtete zwei ungarische Orgel-Schüler in München und stand in engem Kontakt mit dem ungarischen Komponisten Franz Liszt. Dieser besuchte Rheinberger häufig in München.

Rheinbergers Kammermusik beinhaltet ungarische Elemente. In dieser Hinsicht war der liechtensteinische Komponist kein Einzelfall. Verschiedene bekannte, nicht-ungarische Komponisten verwendeten oft typisch ungarische musikalische und rhythmische Elemente in ihren Werken. Ein Beispiel hierfür sind Brahms‘ „Ungarische Tänze“.

Schliesslich sei auf Rheinbergers Einfluss hingewiesen, den er über seinen Schüler Hans Koessler auf die ungarische Musikpädagogik ausübte. Koessler wirkte 30 Jahre lang als Orgel- und Kompositionsprofessor an der Budapester Musikakademie. Seine Unterrichtsmethoden zeigen eindeutige Parallelen zu denen seines Lehrers Josef Gabriel Rheinberger. Aus Koesslers Klasse gelangte mancher Schüler, sozusagen als Rheinbergers Enkelschüler, zu Weltruhm. Die imposante Liste der Koessler-Schüler beinhaltet Namen wie Ernő (Langsfeld) Lányi, Ernst von Dohnányi, Leo Weiner, Zoltán Kodály, Béla Bartók und Emmerich Kálmán. Alle genannten Komponisten wird István Korody durch ein kurzes Stück, gespielt am Klavier, auch musikalisch vorstellen.

Dr. István Korody aus Vaduz ist Pianist und Musikwissenschaftler. Er ist ein ausgezeichneter Kenner von Rheinbergers Leben und Werk. Er stammt aus Ungarn und hat sich auch deshalb intensiv mit Rheinbergers Beziehungen zu seiner Heimat beschäftigt. Alle an Musik und Musikgeschichte Interessierten sind herzlich willkommen.

Die Veranstaltung findet statt im Rahmen der Sonderausstellungen „Die letzten Romantiker – Der liechtensteinische Komponist Josef Gabriel Rheinberger und sein musikalisches Netzwerk“ sowie „In Hochachtung gewidmet“ – Autographen, Briefe und Werke des liechtensteinischen Komponisten Josef Gabriel Rheinberger“. Erstere ist bis 21. September 2014 im Hauptsitz des Landesmuseums zu sehen, Letztere bis zum bis 17. August 2014 im Postmuseum. Die Ausstellungen sind eine Kooperation des Amts für Kultur, der Internationalen Josef Gabriel Rheinberger-Gesellschaft und des Landesmuseums.


Liste der gespielten Werke
1. Josef Gabriel Rheinberger (1839–1901): Rondoletto Op. 53, Nr. 3
2. Franz Liszt (1811–1886): Première Valse Oubliée
3. Johannes Brahms (1833–1897): Satz IV Rondo alla Zingarese aus dem Klavierquartett Op. 25 g-Moll, Anfang
4. Josef Gabriel Rheinberger (1839–1901): Satz IV All’ ongarese aus dem Klaviertrio Op. 34 d-Moll Anfang
5. Ferenc Erkel (1810–1893): Tanz am Palast aus der Oper László Hunyadi, Bearbeitung István Korody
6. Hans Koessler (1853–1926): Walzer D-Dur
7. Ernő (Langsfeld) Lányi (1861–1923): Méditations sur le Hymne de Erkel
8. Ernst von Dohnányi (1877–1960): Ruralia Hungarica Op. 32a, Nr. 5
9. Leo Weiner (1885–1960) Reigen aus Marosszék und Bauern-Tanz
10. Zoltán Kodály (1882–1967): „Il pleut dans mon coeur comme il pleut sur la ville“ (Verlaine) Op. 11., Nr. 3
11. Béla Bartók (1881–1945): Mikrokosmos VI. Sechs Tänze in bulgarischem Rhythmus, Nr. 3
12. Emmerich Kálmán (1882–1953): Medley aus der Operette Csárdásprinzessin, Bearbeitung István Korody



Bildlegende: Hans Koessler (1853–1926) war Schüler Rheinbergers und 30 Jahre lang Orgel- und Kompositionsprofessor an der Budapester Musikakademie. © István Korody.