Veranstaltungsdetail
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Mittwoch, 06.03.2019
18:00 - 19:00 Uhr
Landesmuseum
Vortrag
Session und Votum. Der lange Weg zum Fürstentum Liechtenstein
Mit MMag. Dr. Katharina Arnegger, Historikerin, Wien

Die Historikerin Katharina Arnegger berichtet am Mittwoch, 6. März 2019, um 18 Uhr im Liechtensteinischen Landesmuseum in ihrem Vortrag über die grossen Anstrengungen und Schwierigkeiten der Fürsten von Liechtenstein, Sitz und Stimme im Reichstag zu erhalten.
Am 23. Januar 2019 jährte sich zum 300. Mal die gemeinsame Erhebung von Vaduz und Schellenberg in ein Reichsfürstentum mit dem Namen „Liechtenstein“. Durch ihre mehr als hundert Jahre dauernden Bemühungen um Sitz und Stimme im Reichsfürstenrat des Heiligen Römischen Reiches ermöglichten die Fürsten von Liechtenstein erst die Entstehung dieses neuen Fürstentums. Nach ihrer Erhebung in den Fürstenstand im Jahr 1608 und in den Reichsfürstenstand im Jahr 1623 bemühten sich die Fürsten von Liechtenstein fortwährend um die Reichsstandschaft, um auf politischer Ebene den gleichen Rang wie die anderen Reichsfürsten zu erlangen. Neben der Reichsfürstenwürde war dafür auch der Besitz eines oder mehrere reichsunmittelbarer Territorien Voraussetzung. Erst im Jahr 1699 gelang Fürst Johann Adam I. Andreas von Liechtenstein der Erwerb eines solchen Territoriums, nämlich der Herrschaft Schellenberg. Da dieses Territorium von den anderen Reichsständen als zu klein angesehen wurde, kaufte er im Jahr 1712 auch die Grafschaft Vaduz. Nach seinem im selben Jahr erfolgten Tod kam es zu familieninternen Verwicklungen, bis es schliesslich Fürst Anton Florian von Liechtenstein gelang, in den Besitz der beiden Territorien zu gelangen und deren Erhebung in ein Reichsfürstentum durchzusetzen. Trotz dieser Erhebung dauerte es noch bis 1723, um Sitz und Stimme im Reichsfürstenrat für die nachfolgenden Fürsten von Liechtenstein zu erringen. Die Hintergründe, warum sich die Erlangung von Sitz und Stimme als so schwierig gestaltete, sind bisher nur teilweise erforscht worden und sollen in diesem Vortrag erörtert werden.

Zur Vortragenden
MMag. Dr. Katharina Arnegger studierte Geschichte an der Universität Wien. Seit 2007 ist sie für das Liechtensteinische Landesarchiv als Forschungsbeauftragte tätig und untersucht Dokumente zur Geschichte des Landes Liechtenstein im Österreichischen Staatsarchiv und im Hausarchiv der Fürsten von Liechtenstein in Wien. Für das Jubiläum „300 Jahre Fürstentum Liechtenstein“ hat sie einen ausführlichen Beitrag über das Streben der Fürsten von Liechtenstein nach Sitz und Stimme im Reichsfürstenrat für das Jahrbuch des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein verfasst, der hauptsächlich auf Quellenanalyse beruht.

Der Vortrag ist eine Kooperationsveranstaltung des Landesmuseums mit dem Historischen Verein für das Fürstentum Liechtenstein.


Bild des Reichstags aus dem Atlas Historique, hrsg. von den Brüdern Chatleain, Tome II, Amsterdam 1708.
Foto: Katherina Arnegger.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Historischen Verein für das Fürstentum Liechtenstein statt.