Veranstaltungsdetail
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Mittwoch, 27.08.2014
18:00 - 20:00 Uhr
Landesmuseum
Vortrag
«Ihr werdet erschrecken, wenn Ihr hört, wo ich bin»
Einzelschicksale aus Liechtenstein als Folge des Ersten Weltkriegs
Mit Dr. Rupert Quaderer, Historiker, Schaan


Der Historische Verein für das Fürstentum Liechtenstein und das Liechtensteinische Landesmuseum laden zum Vortrag vom Mittwoch, 27. August 2014, 18.00 Uhr, im Landesmuseum ein. Der Historiker Rupert Quaderer referiert zum Thema „Ihr werdet erschrecken, wenn Ihr hört, wo ich bin“ – Einzelschicksale aus Liechtenstein als Folge des Ersten Weltkrieges.

Heuer vor 100 Jahren begann der Erste Weltkrieg. Er bedeutete für die Weltgeschichte eine grundlegende Zäsur mit tiefgreifenden Veränderungen. Liechtenstein nahm zwar am Ersten Weltkrieg nicht teil, infolge seiner engen Anbindung an Österreich-Ungarn bekam es jedoch die Auswirkungen dieses Krieges intensiv zu spüren.
Dies hatte einschneidende Folgen für den Staat Liechtenstein, sowohl was seine Politik als auch seine Wirtschaft betraf, und führte zu innenpolitischen Veränderungen und zu einer Neuausrichtung seiner Aussenpolitik. Aber auch in den Biographien einzelner Menschen aus Liechtenstein spiegelte sich die eruptive Wirkung dieser Umbruchszeit. Sei es, dass sie als Internierte in Lagerhaft kamen, sei es, dass sie in Spionageverdacht gerieten, sei es, dass sie als in Liechtenstein lebende Ausländer zum Militär einberufen wurden oder als Freiwillige in den Krieg zogen, sei es, dass sie wegen kritischer Äusserungen über den österreichischen Kaiser verurteilt wurden.

Einige dieser Schicksale werden in diesem Vortrag vorgestellt. Dabei sollen die Hintergründe ihres direkten oder indirekten Betroffenseins vom Ersten Weltkrieg aufgezeigt und die Auswirkungen für die Betroffenen erläutert werden.

Der Referent, Dr. Rupert Quaderer aus Schaan, hat die Zeit des Ersten Weltkrieges erforscht und in seinem dreibändigen Werk „Bewegte Zeiten in Liechtenstein 1914 bis 1926“ ausführlich geschildert. Sein Vortrag ist die erste von drei Veranstaltungen, die der Historische Verein und das Landesmuseum im Herbst 2014 gemeinsam durchführen.



Bildlegende: Frontseite der „Illustrierten Kronenzeitung“ vom 7. Juli 1915. Die Karikatur nimmt Bezug auf die Entlassung des Balzners Albert Vogt aus der deutschen Armee im September 1914. Der Vormund des minderjährigen Vogt hatte die liechtensteinische Regierung gebeten, sich dafür einzusetzen, dass sein Mündel nicht in den Krieg ziehen durfte.